Mehr Toleranz, weniger Siegfried

aktuell, 07.01.2015

Das Menschenbild der Ewiggestrigen.

Nur wenige Kilometer vom Donnerwetter.de Büro in Bonn entfernt, findet sich in einem Waldstück eine eine große und tragische Steinfigur aus den 1930er-Jahren. Sie ist von schlank-sportlicher Statur und demonstriert Stärke mit ihrem unheimlich eisernen Blick. Auffällig ist der zudem für unsere Zeit merkwürdig anmutende Rock.

Viele nehmen dieses steinerne Denkmal nicht mehr wahr; zu finden an einer viel befahrenen Straße, setzt der graue Stein des Denkmals bereits ordentlich Moos an.

Die Statue zeigt das gewünschte "germanische" Menschenbild (mythologischer Siegfried) der Nazis. Mit ihm sollte das gute Erbgut der Deutschen geschützt werden, um so nach einem falsch verstandenen Darwin nur die "Besten und Guten" überleben zu lassen. So waren es etwa "Behinderte" und andere "Volksschädlinge", die entsprechend der Logik ausgerottet wurden. Merkwürdig, aber dennoch typisch: Der große Führer entsprach mal so gar nicht diesem Ideal, heute empfinden wir diesen Umstand tragerischerweise nur noch als lächerlich.

Unser inneres Menschenbild ist sehr wichtig, besonders hier sollte ein Jeder Toleranz entwickeln. Bei den vielen Demonstrationen der PEGIDA-Bewegung wird letzendlich wieder eine intolerante Gesellschaft gefordert, der steinerne "Siegfried" kehrt als Vorbild wieder in den Mittelpunkt.

Die steinerne Siegfried-Skulptur in Bonn wurde übrigens allein als Mahnung stehen gelassen - denn keine Gesellschaft ist immun gegen Abgrenzung und Intoleranz (s. Bild oben).

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    "Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich."

    George Bernard Shaw